Auswandern nach Südkorea: der ehrliche Fakten-Check
Südkorea erleichtert Deutschen den Einstieg – den Aufenthaltstitel kannst du sogar erst vor Ort beantragen. Bleiben ist schwerer: Du brauchst einen Arbeitgeber oder ein hohes Einkommen, zahlst spätestens ab 6 Monaten Pflichtbeiträge zur Krankenversicherung und gibst für den koreanischen Pass meist deinen alten ab.
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Was kostet das Leben in Südkorea?
| Posten | Südkorea (Single, €/Monat) |
|---|---|
| Miete (3-Zi-Wohnung) | 1.150–1.550 € |
| Lebensmittel | 320–420 € |
| Krankenversicherung | 75–120 € |
| Transport & ÖPNV | 45–70 € |
| Strom & Nebenkosten | 40–70 € |
| Internet & Mobilfunk | 20–30 € |
| Sonstiges | 160–220 € |
| Summe / Monat | 1.810–2.480 € |
Bandbreiten, kein Einzelfall. Datenbasis + Methodik: /methodik · Stand Juli 2026.
Aufenthalt & Anmeldung
- Besuch: Deutsche, Österreicher und Schweizer reisen bis 90 Tage visafrei ein, ohne Erwerbsarbeit. Die elektronische Reisegenehmigung K-ETA (10.000 Won) ist für Deutsche bis 31.12.2026 ausgesetzt; ob das auch für deinen Pass gilt, zeigt das offizielle Portal k-eta.go.kr. Die elektronische Einreisekarte (e-Arrival Card) ist kostenlos.
- Vorteil für Deutsche: Laut koreanischer Botschaft können Deutsche den nötigen Aufenthaltstitel innerhalb von 90 Tagen nach der Einreise direkt bei der Ausländerbehörde in Korea beantragen. Diese Erleichterung beruht auf einer deutsch-koreanischen Absichtserklärung von 2005 und gilt nicht automatisch für Österreicher und Schweizer.
- Working Holiday (H-1): Deutsche zwischen 18 und 34, Österreicher zwischen 18 und 30 können bis zu 12 Monate bleiben und jobben. Die Schweiz steht nicht auf der Liste der 28 Partnerländer.
- Remote-Arbeit (Workation-Visum F-1-D): Seit dem 30.6.2026 sind bis zu 3 Jahre Aufenthalt möglich (Verlängerung jeweils um 1 Jahr). Nötig sind mindestens 104.832.000 Won (ca. 70.000 €) Jahreseinkommen; wer 18 bis 34 Jahre alt ist oder außerhalb von Seoul, Incheon und Gyeonggi-do lebt, braucht 78.624.000 Won (ca. 53.000 €). Kommt deine Familie mit, gilt die Altersregel nicht – dann zählt nur die Region.
- Anmeldung: Wer mit einem Visum für mehr als 90 Tage einreist, registriert sich binnen 90 Tagen nach der Ankunft beim zuständigen Einwanderungsamt. Die Visumart für Arbeit, Studium oder Familie richtet sich nach dem Aufenthaltszweck.
Steuern & Krankenversicherung
Steuern
Steuerlich ansässig bist du mit Wohnsitz in Korea oder ab 183 Tagen Aufenthalt; Ansässige zahlen grundsätzlich auf alle Einkünfte. Ausländer, die in den letzten 10 Jahren höchstens 5 Jahre in Korea gelebt haben, versteuern Auslandseinkünfte aber nur, wenn sie in Korea ausgezahlt oder dorthin überwiesen werden. Ausländische Angestellte, die bis zum 31.12.2026 erstmals in Korea arbeiten, können ihren Lohn 20 Jahre lang pauschal mit 19 % versteuern – dann ohne die üblichen Abzüge und Steuergutschriften. Mit Deutschland, Österreich und der Schweiz bestehen Doppelbesteuerungsabkommen; ob Pauschale oder Regeltarif für dich günstiger ist, rechnest du am besten mit einer Steuerberatung durch.
Krankenversicherung
Wer als Ausländer länger als 6 Monate in Korea lebt, wird seit Juli 2019 automatisch Pflichtmitglied der staatlichen Krankenversicherung NHIS, Angestellte schon mit Beginn der Beschäftigung. Angestellte zahlen 2026 zusammen mit dem Arbeitgeber 7,19 % des Lohns, je zur Hälfte; ohne Arbeitgeber richtet sich der Beitrag nach Einkommen und Vermögen, liegt für Ausländer aber mindestens beim Durchschnittsbeitrag aller Versicherten. Befreien lassen kannst du dich nur mit gleichwertigem Schutz über ausländisches Recht, eine schon vor der Ausländerregistrierung abgeschlossene ausländische Versicherung oder deinen Arbeitgeber – über Versicherung oder Arbeitgeber jeweils für höchstens ein Jahr. Für die Zeit bis zum Versicherungsbeginn und für die Frage, ob eine Anwartschaft in DACH sinnvoll ist, lohnt eine Fachberatung.
Kein Steuer-/Versicherungs-Rat. Prüfe vor konkreten Schritten offizielle Stellen bzw. eine Fachberatung.
Was dich in Südkorea nerven kann
- Hohe Hürde für Remote-Arbeit: Das Workation-Visum verlangt in Seoul, Incheon und Gyeonggi-do ab 35 Jahren (mit Familie in jedem Alter) ein Jahreseinkommen von mindestens 104.832.000 Won (ca. 70.000 €). Es gilt höchstens 3 Jahre; für einen Job bei einer koreanischen Firma brauchst du ein eigenes Arbeitsvisum.
- Krankenversicherung ohne Wahl: Spätestens nach 6 Monaten bist du Pflichtmitglied der NHIS; befreien lassen kannst du dich nur mit gleichwertigem Schutz, etwa über eine schon vor der Ausländerregistrierung abgeschlossene Versicherung oder deinen Arbeitgeber. Ohne Arbeitgeber zahlst du mindestens den Durchschnittsbeitrag aller Versicherten, auch wenn dein Einkommen niedriger ist.
- Der koreanische Pass kostet meist den alten: Für die reguläre Einbürgerung brauchst du einen Daueraufenthaltstitel und 5 Jahre Wohnsitz, danach musst du deine bisherige Staatsangehörigkeit binnen eines Jahres aufgeben. Nur bestimmte Gruppen, etwa Ehepartner von Koreanern, dürfen stattdessen erklären, die ausländische Staatsangehörigkeit in Korea nicht auszuüben.
Deutschsprachige Stimmen über das Leben in Südkorea
Kanäle, die wir für nützlich halten, weil sie den Alltag ungeschönt zeigen:
Häufige Fragen
Brauche ich ein Visum für Südkorea?
Für Urlaub oder Geschäftstermine bis 90 Tage nicht. Deutsche brauchen bis 31.12.2026 auch keine K-ETA, die e-Arrival Card ist kostenlos. Für jede Erwerbsarbeit brauchst du ein Visum – Deutsche können den Aufenthaltstitel aber auch innerhalb von 90 Tagen nach der Einreise in Korea beantragen.
Gibt es ein Working-Holiday-Visum für Südkorea?
Ja: Deutsche zwischen 18 und 34 Jahren und Österreicher zwischen 18 und 30 können bis zu 12 Monate bleiben und jobben. Deutsche beantragen es vorab bei einer koreanischen Vertretung in Deutschland. Für Schweizer gibt es kein Working-Holiday-Abkommen.
Kann ich in Südkorea remote arbeiten?
Ja, mit dem Workation-Visum F-1-D, das seit dem 30.6.2026 bis zu 3 Jahre Aufenthalt erlaubt. Du brauchst mindestens 104.832.000 Won Jahreseinkommen – oder 78.624.000 Won, wenn du 18 bis 34 Jahre alt bist oder außerhalb von Seoul, Incheon und Gyeonggi-do wohnst. Reist deine Familie mit, zählt nur der Wohnort.
Bin ich in Südkorea krankenversichert?
Spätestens nach 6 Monaten Aufenthalt bist du Pflichtmitglied der staatlichen NHIS. Angestellte teilen sich 2026 einen Beitrag von 7,19 % des Lohns mit dem Arbeitgeber; ohne Arbeitgeber zahlst du mindestens den Durchschnittsbeitrag. Bis dahin solltest du eine eigene Auslandskrankenversicherung haben.
Wie hoch sind die Steuern in Südkorea für Ausländer?
Ab 183 Tagen bist du ansässig. Ausländische Angestellte, die bis zum 31.12.2026 in Korea anfangen, können 20 Jahre lang pauschal 19 % auf ihren Lohn wählen. Auslandseinkünfte versteuerst du in den ersten 5 Jahren nur, wenn sie nach Korea fließen; mit Deutschland, Österreich und der Schweiz bestehen Doppelbesteuerungsabkommen.
Kann ich mich in Südkorea einbürgern lassen und meinen Pass behalten?
In der Regel nicht. Die reguläre Einbürgerung setzt 5 Jahre Wohnsitz und einen Daueraufenthaltstitel voraus, danach musst du die bisherige Staatsangehörigkeit binnen eines Jahres aufgeben. Nur bestimmte Gruppen, etwa Ehepartner von Koreanern, dürfen stattdessen erklären, die ausländische Staatsangehörigkeit in Korea nicht auszuüben.
Offizielle Quellen
- Botschaft der Republik Korea in Deutschland — Visa: K-ETA, Working Holiday, Workation-Visum
- Botschaft der Republik Korea in Deutschland — Visumfreie Einreise und Erleichterungen für Deutsche
- K-ETA — offizielles Portal des koreanischen Justizministeriums
- National Health Insurance Service (NHIS) — Guidance for foreigners
- Auswärtiges Amt — Republik Korea (Südkorea): Reise- und Sicherheitshinweise
Wenn Südkorea nicht passt
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