Auswandern nach USA: der ehrliche Fakten-Check
Die USA sind für DACH-Auswanderer vor allem eine Visa-Frage: Es gibt kein Rentnervisum und keinen planbaren Weg für Selbstständige ohne US-Bezug — wer bleiben will, braucht einen US-Arbeitgeber, nahe US-Familie, viel Kapital oder Glück in der Green-Card-Lottery.
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Was kostet das Leben in USA?
| Posten | USA (Single, €/Monat) |
|---|---|
| Miete (3-Zi-Wohnung) | 1.500–1.950 € |
| Lebensmittel | 350–450 € |
| Krankenversicherung | 🔒 In der App |
| Transport & ÖPNV | 90–120 € |
| Strom & Nebenkosten | 90–120 € |
| Internet & Mobilfunk | 35–45 € |
| Sonstiges | 200–260 € |
| Summe / Monat | 2.265–2.945 € |
Bandbreiten, kein Einzelfall. Datenbasis + Methodik: /methodik · Stand Juli 2026.
Aufenthalt & Anmeldung
- Green Card (dauerhafter Aufenthalt): über nahe US-Familie (familienbasiert), über einen US-Arbeitgeber (EB-1 bis EB-3), als Investor (EB-5, Kapitaleinsatz i. d. R. ab 800.000 $) oder über die Diversity-Visa-Lottery — für DE, AT und CH offen, aber mit über 20 Millionen Anmeldungen jährlich auf bis zu 55.000 Visa (unter 1:400) und einer für DV-2027 verschobenen Anmeldephase.
- Arbeitsvisa (befristet): Das H-1B für Fachkräfte wird jährlich verlost (Cap 85.000) und trägt seit dem 21.09.2025 für viele neue Anträge eine Zusatzgebühr von 100.000 $ (gerichtlich angefochten); L-1 gilt für firmeninterne Versetzungen, O-1 für außergewöhnliche Fähigkeiten — alle brauchen einen US-Arbeitgeber als Sponsor.
- E-2 (Investoren/Unternehmer): DE, AT und CH sind E-2-Vertragsstaaten. Du investierst substanziell in ein aktives US-Unternehmen, das du selbst leitest; einen gesetzlichen Mindestbetrag gibt es nicht, die Investition darf aber nicht marginal sein. Das E-2 ist verlängerbar, führt aber nicht automatisch zur Green Card.
- ESTA / Visa Waiver Program: nur Tourismus oder Geschäftstermine, maximal 90 Tage, keine Erwerbsarbeit und kein Wohnsitz; Gebühr seit dem 30.09.2025 40 $, zwei Jahre gültig. ESTA ist ausdrücklich kein Weg zum Auswandern.
Steuern & Krankenversicherung
Steuern
Sobald du in den USA lebst — als Green-Card-Halter grundsätzlich ab Erhalt der Karte, sonst über den „Substantial Presence Test“ — besteuern dich die USA auf dein weltweites Einkommen, also auch auf Mieten, Zinsen oder Renten aus DE, AT und CH. Zusätzlich gelten strenge Meldepflichten: FBAR für ausländische Konten ab 10.000 $ Gesamtsaldo und FATCA (Form 8938) ab höheren Schwellen. Die Doppelbesteuerungsabkommen der USA mit Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie die Anrechnung ausländischer Steuern (Foreign Tax Credit) verhindern meist eine echte Doppelbesteuerung, machen die Erklärung aber komplex. Die US-Steuerpflicht endet nicht automatisch mit dem Wegzug: Green-Card-Halter und US-Bürger bleiben erklärungspflichtig, und die Aufgabe der Green Card oder Staatsbürgerschaft kann eine „Exit Tax“ auslösen — binde vor dem Umzug unbedingt einen auf US-Recht spezialisierten Steuerberater ein.
Krankenversicherung
Die USA haben kein gesetzliches Krankenversicherungssystem für die Allgemeinheit — staatliche Programme wie Medicare (ab 65) und Medicaid greifen für Neu-Zuwanderer in der Regel nicht. Krankenversicherung läuft privat, meist über den US-Arbeitgeber. Wer sich selbst versichern muss, zahlt auf dem ACA-Marktplatz 2026 im Schnitt grob 600 bis 750 $ im Monat für eine Einzelperson, Familientarife entsprechend mehr — die Prämien sind für 2026 kräftig gestiegen. Ohne ausreichende Absicherung kann schon ein einzelner Klinikaufenthalt existenzbedrohend teuer werden. Deine gesetzliche Absicherung in DE, AT oder CH entfällt bei dauerhaftem Wegzug — kläre Anschlussschutz und ggf. eine internationale Police vor der Ausreise.
Kein Steuer-/Versicherungs-Rat. Prüfe vor konkreten Schritten offizielle Stellen bzw. eine Fachberatung.
Was an USA nerven kann
- Das Visum ist die eigentliche Hürde: Für Nicht-EU-Bürger ohne US-Arbeitgeber, nahe US-Familie oder größeres Kapital gibt es praktisch keinen planbaren Weg in die USA. Die Green-Card-Lottery hat unter 1:400 Chance und wurde für DV-2027 verschoben, das H-1B ist eine Verlosung mit seit 2025 bis zu 100.000 $ Zusatzgebühr — und ein Rentnervisum existiert nicht.
- Gesundheit kostet privat: Es gibt keine gesetzliche Krankenversicherung. Eine private Absicherung kostet schnell mehrere Hundert bis über 1.000 $ im Monat, die Prämien sind 2026 stark gestiegen, und ohne ausreichende Deckung kann ein einziger Krankenhausaufenthalt finanziell ruinös sein.
- Steuer- und Meldekomplexität: Als US-Resident versteuerst du dein weltweites Einkommen und musst deine DACH-Konten über FBAR und FATCA offenlegen. Diese Pflicht bleibt bestehen, solange du eine Green Card oder die US-Staatsbürgerschaft hast — und ihre Aufgabe kann eine „Exit Tax“ auslösen.
Deutschsprachige Stimmen zu USA
Kanäle, die wir für nützlich halten, weil sie den Alltag ungeschönt zeigen:
Häufige Fragen
Brauche ich als Deutscher, Österreicher oder Schweizer ein Visum, um in die USA auszuwandern?
Ja. Die USA sind kein EU-Land, es gibt keine Freizügigkeit. Für einen Daueraufenthalt brauchst du eine Green Card (über Familie, Arbeitgeber, Investition oder die Lottery); für befristete Erwerbsarbeit ein Arbeitsvisum mit US-Sponsor. ESTA erlaubt nur touristische Kurzaufenthalte bis 90 Tage, keinen Wohnsitz und keine Arbeit.
Gibt es ein Rentnervisum für die USA?
Nein. Die USA haben kein Rentner- oder Ruhestandsvisum und planen keines. Wer als Rentner dauerhaft bleiben will, braucht einen anderen Weg — etwa eine familienbasierte Green Card oder das Investoren-Visum EB-5 — oder pendelt im Rahmen der 90-Tage-ESTA-Regel, was aber kein Auswandern ist.
Wie stehen die Chancen bei der Green-Card-Lottery?
Gering. DE, AT und CH sind zwar teilnahmeberechtigt, aber jährlich gibt es über 20 Millionen Anmeldungen auf bis zu 55.000 Visa — weniger als 1 von 400. Ein Treffer ist zudem nur die Einladung zum Verfahren: Interview, Background-Check und Zulässigkeitsprüfung folgen. Die Anmeldung für DV-2027 wurde außerdem verschoben.
Was ist das E-2-Visum und lohnt es sich?
Das E-2 ist ein Visum für Investoren aus Vertragsstaaten — DE, AT und CH gehören dazu. Du investierst substanziell in ein aktives US-Unternehmen, das du selbst führst; einen gesetzlichen Mindestbetrag gibt es nicht, die Investition darf aber nicht geringfügig sein. Es ist verlängerbar, führt jedoch nicht automatisch zur Green Card und ist an den Fortbestand des Geschäfts gebunden.
Muss ich in den USA Steuern auf mein deutsches Einkommen zahlen?
Als US-Resident oder Green-Card-Halter ja: Die USA besteuern das weltweite Einkommen, inklusive Mieten, Zinsen oder Renten aus DE, AT und CH. Das jeweilige Doppelbesteuerungsabkommen und die Anrechnung gezahlter Steuern verhindern meist eine echte Doppelbesteuerung, die Erklärung bleibt aber aufwendig. Zusätzlich musst du Auslandskonten über FBAR und FATCA melden.
Wie teuer ist die Krankenversicherung in den USA?
Deutlich teurer als in DACH. Ohne Arbeitgeber-Plan zahlst du auf dem ACA-Marktplatz 2026 im Schnitt grob 600 bis 750 $ im Monat für eine Einzelperson, mit für 2026 stark gestiegenen Prämien. Ein gesetzliches KV-System für alle gibt es nicht, und ohne Versicherung sind Behandlungskosten schnell existenzbedrohend.
Offizielle Quellen
- Auswärtiges Amt — Länderinformationen USA
- USCIS — Green Card über das Diversity-Immigrant-Visa-Programm
- USCIS — E-2 Treaty Investors (Investoren-Visum)
- U.S. Department of State — Visa Waiver Program (ESTA)
- IRS — Tax information and responsibilities for new immigrants to the United States