Lavum

Frankreich oder Italien: wohin auswandern?

Frankreich verteilt das Einkommen über den Familienquotienten auf Anteile, das entlastet vor allem Haushalte mit Kindern. Italien hat für Rentner mit Auslandsrente eine 7-%-Regel in Gemeinden bis 30.000 Einwohner im Süden.

Recherche-Stand: Oktober 2026 · Kostendaten: Juli 2026 · Keine Rechts- oder Steuerberatung

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Frankreich und Italien auf einen Blick

FrankreichItalien
AmtsspracheFranzösischItalienisch
WährungEuro (EUR)Euro (EUR)
EU-Mitgliedjaja
Aufenthaltentspanntentspannt
Bürokratiemittelmittel
Steuernmittelmittel
Lebenshaltung Single*2.100–2.660 €1.735–2.255 €
Lebenshaltung Familie*3.500–4.450 €2.925–3.715 €

Ampeln aus dem Lavum-Reality-Index der Länderseiten: entspannt · mittel · anspruchsvoll. * Lebenshaltung in Euro pro Monat, Bandbreite, ohne Krankenversicherung.

Wann eher Frankreich, wann eher Italien?

Eher Frankreich, wenn …

  • du mit Kindern kommst: Beim Familienquotienten zählt ein Paar mit zwei Kindern 3 Anteile statt 2, der Kindervorteil ist gedeckelt.
  • du ohne Job oder als Rentner kommst: Die Behörden dürfen von Alleinstehenden höchstens 651,69 € im Monat an Mitteln verlangen, von Paaren ohne Kinder 977,54 €.

Eher Italien, wenn …

  • du mit Auslandsrente in eine Gemeinde bis 30.000 Einwohner im Süden ziehst: Unter weiteren Bedingungen gilt die gewählte 7-%-Regel im Zuzugsjahr und neun weiteren.
  • du Behördengänge auf Deutsch erledigen willst: In Südtirol ist Deutsch dem Italienischen gleichgestellt.

Was kostet das Leben in Frankreich und in Italien?

Als Single lebst du nach den Lavum-Richtwerten in Italien im Mittel rund 390 € im Monat günstiger als in Frankreich — etwa 16 % weniger. Als Familie lebst du nach den Lavum-Richtwerten in Italien im Mittel rund 660 € im Monat günstiger als in Frankreich — etwa 16 % weniger.

LebenssituationFrankreichItalien
Single2.100–2.660 €1.735–2.255 €
Paar2.710–3.490 €2.315–2.945 €
Familie3.500–4.450 €2.925–3.715 €
Selbstständig2.175–2.785 €1.805–2.330 €
Vor-Rentner2.110–2.660 €1.750–2.265 €

Miete (3 Zimmer), Lebensmittel, Transport, Strom, Internet und Sonstiges in Euro pro Monat, ohne Krankenversicherung. Die Bandbreiten kommen aus dem Lavum-Kostenindex: ein Wert je Land relativ zu Berlin, Stand Juli 2026. Stadt und Lebensstil verschieben sie stark. Methodik: /methodik.

Alle Kosten in Frankreich Alle Kosten in Italien

Aufenthalt, Bürokratie und Steuern im Vergleich

Aufenthalt

Frankreich · entspanntKein Visum und keine Aufenthaltskarte nötig: Deutsche und Österreicher über die EU-Freizügigkeit, Schweizer sind laut service-public gleichgestellt — die carte de séjour ist für alle freiwillig.
Italien · entspanntKein Visum: Deutsche und Österreicher über die EU-Freizügigkeit, Schweizer über das Freizügigkeitsabkommen — laut Innenministerium sind sie bei der Anmeldung EU-Bürgern gleichgestellt. Pflicht ist nur die Anmeldung bei der Gemeinde, wenn du länger als 3 Monate bleibst.

Bürokratie

Frankreich · mittelEine Aufenthaltskarte brauchst du nicht, doch bis zur Carte Vitale dauert es: Bei im Ausland Geborenen kann die endgültige Sozialversicherungsnummer laut Assurance Maladie bis zu neun Monate dauern — erst dann gibt es Carte Vitale und ameli-Konto, bis dahin laufen Erstattungen über eine vorläufige Nummer.
Italien · mittelDrei Stellen, eigene Abläufe: Den Codice Fiscale beantragst du laut Agenzia delle Entrate beim ersten Mal mit persönlichem Termin. Die Anmeldung bei der Gemeinde geht online, die Polizia locale prüft aber vor Ort, ob du dort wohnst; kommt binnen 45 Tagen kein Einwand, gilt sie als bestätigt. Behörden arbeiten fast nur auf Italienisch, in Südtirol auch auf Deutsch.

Steuern

Frankreich · mittelFrankreich hatte 2024 laut Eurostat mit 45,3 % des BIP die zweithöchste Steuer- und Abgabenquote der EU (EU-Schnitt 40,4 %). Die Einkommensteuer steigt pro Anteil bis 45 %, der Familienquotient entlastet Haushalte mit Kindern.
Italien · mittelBist du ansässig, versteuerst du dein Welteinkommen: Die IRPEF liegt 2026 bei 23 % bis 28.000 €, 33 % bis 50.000 € und 43 % darüber, dazu kommen regionale und kommunale Zuschläge. Die Sonderregeln für Zuzügler — 7 % für ausländische Rentner im Süden, Impatriati für Fachkräfte — hängen an engen Bedingungen.

Kein Steuer- oder Rechtsrat. Details und offizielle Quellen stehen auf den Länderseiten.

Krankenversicherung in Frankreich und in Italien

Frankreich

Wer in Frankreich arbeitet oder stabil und regelmäßig dort wohnt, hat über die Protection universelle maladie (PUMa) Anspruch auf die gesetzliche Assurance Maladie. Sie erstattet aber nur einen Teil: Von einem Hausarztbesuch zu 30 € übernimmt sie 70 %, und 2 € Eigenbeteiligung pro Besuch bleiben immer bei dir — deshalb haben laut Gesundheitsstatistik DREES rund 96 % der Bevölkerung eine Zusatzversicherung (complémentaire santé, „mutuelle“). Rentner mit ausschließlich deutscher oder österreichischer Rente lassen sich mit dem Formular S1 ihrer Kasse in Frankreich versorgen. Wer nur eine Schweizer Rente bezieht, bleibt grundsätzlich in der Schweiz KVG-versichert, kann laut BAG aber die französische Versicherung wählen (Antrag binnen drei Monaten nach dem Umzug) — kläre deine Absicherung vorab mit Kasse und Versicherer.

Italien

Steht dir der staatliche Gesundheitsdienst SSN zu, schreibst du dich mit gemeldetem Wohnsitz bei der örtlichen ASL kostenlos ein und wählst einen Hausarzt; die Tessera Sanitaria kommt per Post. Arbeitest du in Italien, bist du nach den EU-Regeln dort versichert, Angehörige eingeschlossen. Beziehst du nur eine deutsche oder österreichische Rente, schreibt dich die ASL mit dem Formular S1 deiner Kasse voll im SSN ein; mit deutscher Rente zahlst du laut DVKA die Beiträge weiter in Deutschland, in Italien keine. Ohne Job und ohne S1 brauchst du schon für die Anmeldung bei der Gemeinde eine Krankenversicherung, die alle Risiken in Italien abdeckt. Beziehst du nur eine Schweizer Rente, bleibst du laut BAG grundsätzlich in der Schweiz KVG-pflichtig, kannst für Italien aber binnen drei Monaten nach dem Umzug das Optionsrecht beantragen.

Kein Versicherungsrat. Die konkrete Absicherung vorab mit Kasse und Versicherer klären.

Was dich nerven kann

Frankreich

  • Lange Anlaufzeit bei der Sozialversicherung: Bis die endgültige Sozialversicherungsnummer zertifiziert ist, können bei im Ausland Geborenen laut Assurance Maladie bis zu neun Monate vergehen. Erst danach kannst du die Carte Vitale bestellen und ein ameli-Konto anlegen; fehlt nach sechs Monaten noch die verlangte Geburtsurkunde, werden die Erstattungen ausgesetzt.
  • Die Krankenkasse zahlt nur anteilig: Beim Hausarzt erstattet die Assurance Maladie 70 % des Tarifs von 30 €, 2 € pro Besuch zahlst du in jedem Fall selbst. Ohne private Zusatzversicherung (mutuelle) bleibt bei jedem Arztbesuch ein Rest an dir hängen — laut DREES haben deshalb rund 96 % der Bevölkerung eine.

Italien

  • Drei Stellen, eigene Abläufe: Codice Fiscale bei der Agenzia delle Entrate (beim ersten Mal mit Termin vor Ort), Anmeldung bei der Gemeinde mit Kontrolle durch die Polizia locale, danach die ASL. Laut EU-Portal EURES sind Italienischkenntnisse im Alltag und im Job unverzichtbar; in Südtirol ist Deutsch dem Italienischen gleichgestellt.
  • Scharfes Nord-Süd-Gefälle: 2025 lag die Arbeitslosenquote laut Eurostat im Süden bei 10,9 % und auf den Inseln bei 11,4 %, im Nordwesten bei 3,9 %; bei 15- bis 24-Jährigen im Süden bei 34 %. Das BIP pro Kopf betrug 2024 in Kalabrien 21.800 €, in der Lombardei 50.400 €. Die 7-%-Regel zielt auf Menschen mit Auslandsrente, nicht auf Jobsuchende.

Häufige Fragen

Ist Frankreich günstiger als Italien?

Als Single lebst du nach den Lavum-Richtwerten in Italien im Mittel rund 390 € im Monat günstiger als in Frankreich — etwa 16 % weniger. Als Familie lebst du nach den Lavum-Richtwerten in Italien im Mittel rund 660 € im Monat günstiger als in Frankreich — etwa 16 % weniger. Ohne Krankenversicherung. Die Werte sind Bandbreiten aus dem Lavum-Kostenindex (Stand Juli 2026), kein Einzelfall — Stadt und Lebensstil verschieben sie stark.

Brauche ich für Frankreich oder Italien ein Visum?

Frankreich: Kein Visum und keine Aufenthaltskarte nötig: Deutsche und Österreicher über die EU-Freizügigkeit, Schweizer sind laut service-public gleichgestellt — die carte de séjour ist für alle freiwillig. Italien: Kein Visum: Deutsche und Österreicher über die EU-Freizügigkeit, Schweizer über das Freizügigkeitsabkommen — laut Innenministerium sind sie bei der Anmeldung EU-Bürgern gleichgestellt. Pflicht ist nur die Anmeldung bei der Gemeinde, wenn du länger als 3 Monate bleibst.

Wo ist die Bürokratie einfacher, in Frankreich oder in Italien?

Im Lavum-Reality-Index steht die Bürokratie in Frankreich auf „mittel“, in Italien auf „mittel“. Frankreich: Eine Aufenthaltskarte brauchst du nicht, doch bis zur Carte Vitale dauert es: Bei im Ausland Geborenen kann die endgültige Sozialversicherungsnummer laut Assurance Maladie bis zu neun Monate dauern — erst dann gibt es Carte Vitale und ameli-Konto, bis dahin laufen Erstattungen über eine vorläufige Nummer. Italien: Drei Stellen, eigene Abläufe: Den Codice Fiscale beantragst du laut Agenzia delle Entrate beim ersten Mal mit persönlichem Termin. Die Anmeldung bei der Gemeinde geht online, die Polizia locale prüft aber vor Ort, ob du dort wohnst; kommt binnen 45 Tagen kein Einwand, gilt sie als bestätigt. Behörden arbeiten fast nur auf Italienisch, in Südtirol auch auf Deutsch.

Welche Amtssprache und Währung haben Frankreich und Italien?

Frankreich: Französisch, Euro (EUR), EU-Mitglied. Italien: Italienisch, Euro (EUR), EU-Mitglied.

Alles zu beiden Ländern

Weitere Vergleiche

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