Lavum

Italien oder Spanien: wohin auswandern?

Für beide brauchst du kein Visum. Italiens 7-%-Regel zielt auf Rentner mit Auslandsrente im Süden, Spaniens Beckham-Regime auf Zuzug mit Arbeitsvertrag, auch remote, nicht auf Rentner.

Recherche-Stand: Oktober 2026 · Kostendaten: Juli 2026 · Keine Rechts- oder Steuerberatung

Welches Land passt zu mir? → Kosten in Italien berechnen

Italien und Spanien auf einen Blick

ItalienSpanien
AmtsspracheItalienischSpanisch (regional zusätzlich Katalanisch, Valencianisch, Galicisch, Baskisch und Aranesisch)
WährungEuro (EUR)Euro (EUR)
EU-Mitgliedjaja
Aufenthaltentspanntentspannt
Bürokratiemittelmittel
Steuernmittelmittel
Lebenshaltung Single*1.735–2.255 €1.645–2.100 €
Lebenshaltung Familie*2.925–3.715 €2.725–3.480 €

Ampeln aus dem Lavum-Reality-Index der Länderseiten: entspannt · mittel · anspruchsvoll. * Lebenshaltung in Euro pro Monat, Bandbreite, ohne Krankenversicherung.

Wann eher Italien, wann eher Spanien?

Eher Italien, wenn …

  • du mit Auslandsrente in eine Gemeinde bis 30.000 Einwohner im Süden ziehst: Dann kannst du unter weiteren Bedingungen 7 % auf alle Auslandseinkünfte wählen.
  • du dich lieber online anmeldest: Die Anmeldung bei der Gemeinde geht laut Innenministerium kostenlos online, das spanische Certificado de Registro beantragst du persönlich.

Eher Spanien, wenn …

  • du mit Arbeitsvertrag zuziehst, auch remote, und fünf Jahre nicht in Spanien ansässig warst: Dann sind sechs Jahre 24 % auf Arbeitseinkünfte bis 600.000 € wählbar.
  • du eine Firma leiten oder gründen willst: Auch Geschäftsführung oder eine anerkannte Gründung können den Weg ins Beckham-Regime öffnen.
  • dir ein schneller Nachweis wichtig ist: Beim persönlichen Antrag wird das Certificado de Registro samt NIE sofort ausgestellt.

Was kostet das Leben in Italien und in Spanien?

Als Single liegen Italien und Spanien nach den Lavum-Richtwerten etwa gleichauf (1.735–2.255 € gegenüber 1.645–2.100 € im Monat). Als Familie liegen Italien und Spanien nach den Lavum-Richtwerten etwa gleichauf (2.925–3.715 € gegenüber 2.725–3.480 € im Monat).

LebenssituationItalienSpanien
Single1.735–2.255 €1.645–2.100 €
Paar2.315–2.945 €2.155–2.700 €
Familie2.925–3.715 €2.725–3.480 €
Selbstständig1.805–2.330 €1.720–2.175 €
Vor-Rentner1.750–2.265 €1.650–2.110 €

Miete (3 Zimmer), Lebensmittel, Transport, Strom, Internet und Sonstiges in Euro pro Monat, ohne Krankenversicherung. Die Bandbreiten kommen aus dem Lavum-Kostenindex: ein Wert je Land relativ zu Berlin, Stand Juli 2026. Stadt und Lebensstil verschieben sie stark. Methodik: /methodik.

Alle Kosten in Italien Alle Kosten in Spanien

Aufenthalt, Bürokratie und Steuern im Vergleich

Aufenthalt

Italien · entspanntKein Visum: Deutsche und Österreicher über die EU-Freizügigkeit, Schweizer über das Freizügigkeitsabkommen — laut Innenministerium sind sie bei der Anmeldung EU-Bürgern gleichgestellt. Pflicht ist nur die Anmeldung bei der Gemeinde, wenn du länger als 3 Monate bleibst.
Spanien · entspanntKein Visum: Deutsche und Österreicher über die EU-Freizügigkeit, Schweizer über das Freizügigkeitsabkommen — Spanien wendet auf Schweizer ausdrücklich dieselben Regeln an. Wer länger als 3 Monate bleibt, lässt sich registrieren.

Bürokratie

Italien · mittelDrei Stellen, eigene Abläufe: Den Codice Fiscale beantragst du laut Agenzia delle Entrate beim ersten Mal mit persönlichem Termin. Die Anmeldung bei der Gemeinde geht online, die Polizia locale prüft aber vor Ort, ob du dort wohnst; kommt binnen 45 Tagen kein Einwand, gilt sie als bestätigt. Behörden arbeiten fast nur auf Italienisch, in Südtirol auch auf Deutsch.
Spanien · mittelZwei Pflichtschritte: der Eintrag ins Melderegister (Padrón) deiner Gemeinde und binnen 3 Monaten nach der Einreise der persönliche Antrag auf das Certificado de Registro für 12 €. Beim spanischen Ombudsmann gingen 2024 zahlreiche Beschwerden über fehlende Termine bei Ausländerbüros ein.

Steuern

Italien · mittelBist du ansässig, versteuerst du dein Welteinkommen: Die IRPEF liegt 2026 bei 23 % bis 28.000 €, 33 % bis 50.000 € und 43 % darüber, dazu kommen regionale und kommunale Zuschläge. Die Sonderregeln für Zuzügler — 7 % für ausländische Rentner im Süden, Impatriati für Fachkräfte — hängen an engen Bedingungen.
Spanien · mittelWer mehr als 183 Tage im Kalenderjahr in Spanien ist oder dort seinen wirtschaftlichen Mittelpunkt hat, versteuert sein Welteinkommen in Spanien. Dazu kommen die Meldung von Auslandsvermögen (Modelo 720, über 50.000 € je Vermögensart) und eine Vermögensteuer, deren Freibeträge und Sätze die Regionen festlegen.

Kein Steuer- oder Rechtsrat. Details und offizielle Quellen stehen auf den Länderseiten.

Krankenversicherung in Italien und in Spanien

Italien

Steht dir der staatliche Gesundheitsdienst SSN zu, schreibst du dich mit gemeldetem Wohnsitz bei der örtlichen ASL kostenlos ein und wählst einen Hausarzt; die Tessera Sanitaria kommt per Post. Arbeitest du in Italien, bist du nach den EU-Regeln dort versichert, Angehörige eingeschlossen. Beziehst du nur eine deutsche oder österreichische Rente, schreibt dich die ASL mit dem Formular S1 deiner Kasse voll im SSN ein; mit deutscher Rente zahlst du laut DVKA die Beiträge weiter in Deutschland, in Italien keine. Ohne Job und ohne S1 brauchst du schon für die Anmeldung bei der Gemeinde eine Krankenversicherung, die alle Risiken in Italien abdeckt. Beziehst du nur eine Schweizer Rente, bleibst du laut BAG grundsätzlich in der Schweiz KVG-pflichtig, kannst für Italien aber binnen drei Monaten nach dem Umzug das Optionsrecht beantragen.

Spanien

Als Angestellte oder Selbstständige bist du über deine Anmeldung bei der Seguridad Social versichert. Rentner aus Deutschland oder Österreich lassen das Formular S1 ihrer Kasse beim spanischen Träger INSS eintragen. Beim Zahnarzt übernimmt das staatliche System für Erwachsene im Kern nur Akutbehandlungen und das Ziehen von Zähnen; Wurzelbehandlungen, Implantate und Zahnersatz zahlst du selbst. Die Deutsche Botschaft rät deshalb, eine Zusatzversicherung zu prüfen. Schweizer, die nur eine Schweizer Rente beziehen, bleiben grundsätzlich in der Schweiz KVG-versichert und können sich laut Bundesamt für Sozialversicherungen jederzeit befreien lassen, sobald sie im staatlichen spanischen System versichert sind. Ohne Job und ohne S1 brauchst du zunächst eine private Krankenversicherung: Den staatlichen convenio especial (60 € im Monat unter 65, 157 € ab 65) kannst du erst nach einem Jahr Wohnsitz in Spanien abschließen.

Kein Versicherungsrat. Die konkrete Absicherung vorab mit Kasse und Versicherer klären.

Was dich nerven kann

Italien

  • Drei Stellen, eigene Abläufe: Codice Fiscale bei der Agenzia delle Entrate (beim ersten Mal mit Termin vor Ort), Anmeldung bei der Gemeinde mit Kontrolle durch die Polizia locale, danach die ASL. Laut EU-Portal EURES sind Italienischkenntnisse im Alltag und im Job unverzichtbar; in Südtirol ist Deutsch dem Italienischen gleichgestellt.
  • Scharfes Nord-Süd-Gefälle: 2025 lag die Arbeitslosenquote laut Eurostat im Süden bei 10,9 % und auf den Inseln bei 11,4 %, im Nordwesten bei 3,9 %; bei 15- bis 24-Jährigen im Süden bei 34 %. Das BIP pro Kopf betrug 2024 in Kalabrien 21.800 €, in der Lombardei 50.400 €. Die 7-%-Regel zielt auf Menschen mit Auslandsrente, nicht auf Jobsuchende.

Spanien

  • Mieten: Laut INE stiegen die Mieten neuer Verträge 2024 um 8,8 %; seit 2015 legten die Mieten insgesamt in Valencia um 36 %, in Málaga um 33 % und in Madrid und Barcelona um 23 bzw. 25 % zu. Gesetzlich sind eine Monatsmiete Kaution und bei Verträgen bis fünf Jahre höchstens zwei Monatsmieten weitere Sicherheit erlaubt; Makler- und Vertragskosten trägt der Vermieter.
  • Löhne und Arbeitsmarkt: Pro Vollzeitstelle lag der Bruttolohn 2024 laut Eurostat im Schnitt bei 33.700 € (Deutschland 53.800 €, Österreich 58.600 €), der Mindestlohn beträgt 2026 1.221 € im Monat bei 14 Zahlungen. Die Arbeitslosenquote lag im August 2026 bei 10,0 % — zusammen mit Finnland die höchste der EU (Deutschland 4,0 %, Österreich 6,7 %). Der Kostenvorteil rechnet sich vor allem mit Einkommen aus dem Ausland: Rente, Remote-Job oder Kunden in der Heimat.

Häufige Fragen

Ist Italien günstiger als Spanien?

Als Single liegen Italien und Spanien nach den Lavum-Richtwerten etwa gleichauf (1.735–2.255 € gegenüber 1.645–2.100 € im Monat). Als Familie liegen Italien und Spanien nach den Lavum-Richtwerten etwa gleichauf (2.925–3.715 € gegenüber 2.725–3.480 € im Monat). Ohne Krankenversicherung. Die Werte sind Bandbreiten aus dem Lavum-Kostenindex (Stand Juli 2026), kein Einzelfall — Stadt und Lebensstil verschieben sie stark.

Brauche ich für Italien oder Spanien ein Visum?

Italien: Kein Visum: Deutsche und Österreicher über die EU-Freizügigkeit, Schweizer über das Freizügigkeitsabkommen — laut Innenministerium sind sie bei der Anmeldung EU-Bürgern gleichgestellt. Pflicht ist nur die Anmeldung bei der Gemeinde, wenn du länger als 3 Monate bleibst. Spanien: Kein Visum: Deutsche und Österreicher über die EU-Freizügigkeit, Schweizer über das Freizügigkeitsabkommen — Spanien wendet auf Schweizer ausdrücklich dieselben Regeln an. Wer länger als 3 Monate bleibt, lässt sich registrieren.

Wo ist die Bürokratie einfacher, in Italien oder in Spanien?

Im Lavum-Reality-Index steht die Bürokratie in Italien auf „mittel“, in Spanien auf „mittel“. Italien: Drei Stellen, eigene Abläufe: Den Codice Fiscale beantragst du laut Agenzia delle Entrate beim ersten Mal mit persönlichem Termin. Die Anmeldung bei der Gemeinde geht online, die Polizia locale prüft aber vor Ort, ob du dort wohnst; kommt binnen 45 Tagen kein Einwand, gilt sie als bestätigt. Behörden arbeiten fast nur auf Italienisch, in Südtirol auch auf Deutsch. Spanien: Zwei Pflichtschritte: der Eintrag ins Melderegister (Padrón) deiner Gemeinde und binnen 3 Monaten nach der Einreise der persönliche Antrag auf das Certificado de Registro für 12 €. Beim spanischen Ombudsmann gingen 2024 zahlreiche Beschwerden über fehlende Termine bei Ausländerbüros ein.

Welche Amtssprache und Währung haben Italien und Spanien?

Italien: Italienisch, Euro (EUR), EU-Mitglied. Spanien: Spanisch (regional zusätzlich Katalanisch, Valencianisch, Galicisch, Baskisch und Aranesisch), Euro (EUR), EU-Mitglied.

Alles zu beiden Ländern

Weitere Vergleiche

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